»Pfaueninsel« – Das künstliche Paradies | Thomas Hettche im Gespräch mit Jens Bisky

18.09.2019 , 19:00 Uhr HBPGVortrag / Gespräch

Ort: HBPG , Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kutschstall, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam | Infotelefon: 0331.62085-50

Literaturgespräch in der Reihe »Schloss Wiepersdorf trifft Fontane«

„Pfaueninsel!“ schrieb Fontane in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg, „Wie ein Märchen steigt ein Bild aus meinen Kindertagen vor mir auf: ein Schloß, Palmen und Känguruhs; Papageien kreischen; Pfauen sitzen auf hoher Stange oder schlagen ein Rad, Volièren, Springbrunnen, überschattete Wiesen; Schlängelpfade, die überall hinführen und nirgends; ein rätselvolles Eiland, eine Oase, ein Blumenteppich inmitten der Mark.“ 

In seinem Roman Pfaueninsel erkundet Thomas Hettche, 1992 Stipendiat in Wiepersdorf, diese Oase mitten im preußischen Arkadien, wobei ihn mit Fontane mehr verbindet als die Erzählung von der Tragik der ungleichen Liebe, der Entsagung und der Resignation.

Im Gespräch mit dem Journalisten und Preußen-Experten Jens Bisky seziert Thomas Hettche dieses preußische Märchen von der Vervollkommnung der Welt in einem künstlichen Paradies.

Eintritt: 3 Euro

 

VERANSTALTUNGSREIHE SCHLOSS WIEPERSDORF TRIFFT FONTANE

Schloss Wiepersdorf, ca. 80 km südlich von Berlin gelegen, wird 2020 mit einem internationalen und interdisziplinären Residenzprogramm wiedereröffnet. Unter der zukünftigen Trägerschaft einer Stiftung des Landes Brandenburg soll das Programm der Pflege von Kunst, Kultur und Wissenschaft dienen.

Bereits seit der Zeit der Romantik steht Schloss Wiepersdorf für den künstlerischen und intellektuellen Austausch. Hier lebte ab 1814 das Dichterpaar Bettina und Achim von Arnim und pflegte engen Kontakt zu Geistesgrößen seiner Zeit. Fontane, der den Ort nie besucht hat, verfasste nach einer Lesung aus Bettina von Arnims Königsbuch das Gedicht „An Bettina“.

Ab 1947 diente das Schloss als Arbeits- und Erholungsstätte für Schriftsteller/innen wie Anna Seghers, Christa Wolf, Peter Hacks und Sarah Kirsch. Nach Umbau und Sanierung wurde es von 1992 bis 2018 von der Stiftung Kulturfonds, später von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, als Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf mit einem Stipendienprogramm für Künstler und Intellektuelle aus dem In- und Ausland verwaltet.

Zu den Stipendiaten zählten auch Thomas Hettche, Martin Mosebach und Antje Rávik Strubel, in deren Werken Fontanes Spuren unübersehbar sind. Im Gespräch mit den Literaturkritikern Jens Bisky, Denis Scheck und Tilman Krause lassen sie diese Spuren sichtbar werden.

Die Reihe Schloss Wiepersdorf trifft Fontane ist eine Kooperation der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH mit der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf i. G..

Schloss Wiepersdorf, Foto und ©: DSDM - L. Preiss

Thomas Hettche, Foto und ©: Thomas Andenmatten

Jens Bisky, Foto und ©: Bernhardt Link